Psychisches Tagebuch 11. February 2018

 

Tja, wo soll ich jetzt beginnen?

Vielleicht erstmal eine Erklaerung: Ich blogge seit vielen Jahren auf englisch ueber mein Leben mit Depression, Angstzustaenden und Posttraumatische Belastungstoerung. Bereits waehrend meines Studiums wurde klar, dass der Verlust meiner Mutter und das schlechte Verhaeltnis zu meinem Vater seine Spuren auf meiner Seele hinterlassen hatten. Ueber Jahre habe ich immer wieder zur Therapie “gegriffen”, um mit meinen Aengsten und Erinnerungen fertig zu werden. Allerdings wurde mir damals “nur” Depression diagnostiziert.

Zu meinen Erfahrungen in meiner Kindheit kamen hier in Grossbritannien noch eine gewaltaetige Beziehung und drei Monate quasi Obdachlosigkeit dazu. Als ich meinen Partner verlassen hatte, lebte ich fuer drei Monate in einem Zelt auf einem Campingplatz. Allerdings kannte ich da meinen jetzt Ehemann schon und habe viel Zeit bei und mit ihm verbracht. Trotzdem eine schwierige Erfahrung.

Nachdem wir zusammengezogen sind, hatte ich gehofft, dass meine psychische Verfassung sich jetzt normalisiert hatte. Leider war das nicht der Fall. Eine meine Therapeutinnen hier hat es so beschrieben: Sie haben jahrelang sozusagen ums Ueberleben gekaempft, da hatte Ihre Seele sich zurueckgehalten. Jetzt haben sie im drumherum Ruhe und da meldet sie sich und bittet darum, die schmerzhaften Erfahrungen endlich zu verarbeiten. In diesem Zusammenhang wurde mir auch Posttraumatische Belastungstoerung und Angstzustaende diagnostiziert.

Hamish Clark

Schreiben hat mir immer geholfen, das, was eigentlich nicht in Worte gefasst werden kann, auszudruecken. Ich habe immer geschrieben: als aelteres Kind Tagebuch und Briefe, dann Gedichte, Artikel und als Blogs fuer mich erreichbar wurden auch Blogs. Manchmal fuehlt es sich so an, als ob ich  nur darauf gewartet haette, dass Blogs erfunden wurden.

In den letzten Jahren hatte ich zumeist in Englisch geschrieben, da es fuer mich klar war ich bleibe hier in Grossbritannien. Zudem habe ich hier wenig mit deutschsprachigen Menschen zu tun. Allerdings bin ich ueber WhatsApp und Emails mit Freunden und Familie aus Deutschland noch in Kontakt. Ich hatte mich jedoch immer eher als Britin empfunden denn als Deutsche. Das hat sich jedoch seit Brexit veraendert. Ich fuehle mich jetzt eher heimatlos. Mir wurde aber auch sehr bewusst, dass die deutsche Sprache einen grossen Teil von mir ausmacht und so moechte ich sie wieder mehr nutzen.

Deshalb werde ich nun regelmaessig einen deutschen Blogpost veroeffentlichen und da natuerlich auch ueber die Themen schreiben, ueber die ich in englisch schreibe. Psychische Gesundheit ist eines davon. Dieser Blog ist im Wandel. Ich habe mehrere aeltere Blogs hier integriert, was nicht ohne Probleme vor sich ging und ich will in Zukunft erkunden, welche Einnahmequellen mit ihm moeglich sind, um von meiner Hauptbeschaeftigung wegzukommen. Sie scheint einen Grossteil meiner Schwierigkeiten mit meiner psychischen Gesundheit auszumachen.

Gerade bin ich wieder in einer Krisenphase mit meiner psychischen Gesundheit. Meine Angstzustaende wurden so gross auf der Arbeit, dass ich mich wieder um Therapie beworben habe und gerade nicht arbeiten kann. Was mir allerdings immer moeglich war egal wie schlecht es mir ging das ist Schreiben. Und so werde ich mich aus meiner Krise herauschreiben, wie ich es immer getan habe und arbeite daran, dass mein Talent und meine Erfahrungen anderen helfen zu einem besseren Leben mit psychischen Krankheiten zu finden.

 



Mitblogger, die ueber Psychische Gesundheit schreiben:

Lost Behind the Mirror: Interview Reihe Psychische Störungen – Angehörige und Betroffene berichten – #7

 


 

 

 

Author: beehalton2

I am ginger, happily married to the best husband in the world, daydreamer, tea (and can you believe it) & coffee lover. Baking enthusiast, book reviewer, immigrant and poet, author, blogger….

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